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Sangiovese di Romagna

Klassifizierung: DOC (Denominazione di Origine Controllata - Kontrollierte Ursprungsbezeichnung)

Farbe: rubinrot, teilweise mit violettem Farbsaum

Anbaugebiet: Emilia Romagna

Mindestalkoholgehalt: 11,5%

Verwendete Rebsorten: Sangiovese (85-100%), andere Rebsorten mit roten Weinbeeren (0-15%)


EIN WAHRER WEIN AUS DER ROMAGNA

Die Rebsorte Sangiovese stellt eine der größten Ressourcen der italienischen Rebenzucht dar. Sie wird in verschiedenen italienischen Weinbaugebieten angebaut und bringt generell kräftige, körpervolle Weine mit intensivem Geschmack hervor.

In der Romagna gehört Sangiovese zu den lokalen Traditionen, auf die man stolz ist - angefangen bei der Namensgebung. So soll der Name von einem fabelhaften Rotwein abstammen, der in einem Kapuzinerkloster bei Sant'Angelo di Romagna gekeltert wurde. Die Legende erzählt, dass ein illustrer Gast der Mönche derart von dem edlen Tropfen eingenommen war, dass er seine Gastgeber nach dessen Namen fragte. Und da der Hügel, auf dem das Kloster lag, einst als collis Jovis (Hügel des Jupiter) bekannt war, lag es wohl nahe, dass man auf den Namen sanguis Jovis (Jupiterblut) kam. Dieser Name verwandelte sich im Laufe der Jahrhunderte in "Sangue di Giove" und wurde schließlich zur heutigen Bezeichnung "Sangiovese".

An seiner Farbe fällt der rubinrote Ton auf, der gelegentlich einen violetten Farbsaum aufweist. Der Geruch ist weinig und weist manchmal einen zarten Duft nach Veilchen auf. Der Geschmack ist trocken, harmonisch, gelegentlich tannisch, mit einem angenehm bitteren Nachgeschmack.

Um die Bezeichnung "superiore" zu erlangen, muss Sangiovese einen Alkoholgehalt von 12% aufweisen. Darüber hinaus darf er erst ab dem 1. April nach der Weinernte in den Handel gebracht werden. In der Variante riserva (Reserve) ist hingegen eine Lagerzeit von mindestens 2 Jahren ab dem 1. Januar nach der Weinernte erforderlich.

Im Handel ist Sangiovese auch als Primeurwein (novello) erhältlich. In dieser Variante muss er mindestens zu 50% aus Wein bestehen, der durch Kohlensäure-Maischung zustande kommt. Er würde es vermutlich verdienen, mehr Anklang beim breiten Publikum zu finden, da er eine wahre Explosion von Düften, Farben und jugendlichem Übermut darstellt.

Im Hinblick auf die Tafelkultur tendiert der Sangiovese zu ländlichen Pastagerichten und Saucen der Romagna. Barilla empfiehlt Sangiovese zu Spaghetti alla puttanesca mit Oliven, Kapern, Sardellen und Peperoncino. Um die Kenntnisse der Kultur des Sangiovese zu vertiefen, lohnt sich ein Ausflug nach Predappio, einer mittelalterlichen Ortschaft, die etwa 35 km von Forlí entfernt in den Hügeln liegt. Hier gibt es einen Weinkeller namens Ca' de Sanz'Ves, der direkt von der Behörde zum Schutz der romagnolischen Weine (Ente tutela vini romagnoli) betrieben wird. Ein Besuch in diesem Weinkeller ist ein Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

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