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Verona, eine Kunststadt, die zu ausschweifenden Gaumenfreuden verleitet

Auslöser für einen Besuch in Verona ist normalerweise ein Interesse für Kunst, Lyrik oder Literatur. Wenn man dann aber erst mal zwischen den Ständen auf der "Piazza delle Erbe", den Schaufenstern der Konditoreien und den alten Osterien herumschnuppert, entdeckt man jedoch, dass Verona auch unwiderstehliche kulinarische Leckerbissen zu bieten hat, mit dem "süßherben" Geschmack der einheimischen Spezialitäten und Weine.


KUNST-TOUR
Ein Besuch Veronas kann beispielsweise an der Arena beginnen, dem bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Das römische Amphitheater ist nur ein wenig kleiner als das Kolosseum. Es ragt inmitten der Altstadt empor und dominiert die große Piazza Bra. Die Römer erbauten es im 1. Jahrhundert n. Chr. als Austragungsort für die Kämpfe der Gladiatoren mit wilden und exotischen Tieren. Nach den Spielen der Römerzeit wurde die Arena während des gesamten Mittelalters für Lanzenrennen und Turniere genutzt.
Heute bilden die enorme Bühne, das Parkett und die langen Stufen mit den Rangplätzen (für 22.000 Zuschauer) die Kulisse des berühmtesten Freilicht-Operntheaters der Welt. Zum Sommeranfang erwacht die Arena zu neuem Leben. Die durch große Operndiven und prächtige Ausstattungen berühmt gewordene Opernsaison in Verona ist über die Staatsgrenzen hinaus ein großer Publikumsmagnet. Pflichtprogramm ist die alljährliche Aufführung der Aida von Giuseppe Verdi. Bei der Inszenierung dieser Oper schreckte man selbst vor dem Auftritt echter Elefanten nicht zurück.

Von der Piazza Bra geht die Via Mazzini ab - eine glamouröse Geschäftsstraße mit eleganten Schaufenstern. Läuft man von hier aus die Via Roma entlang, gelangt man zum Castelvecchio. Die imposante, mittelalterliche Festung wurde von Cangrande II della Scala am Ufer der Etsch erbaut. Heute ist die Burg Sitz des städtischen Kunstmuseums, in dem zahlreiche Zeugnisse von frühchristlicher Zeit bis zum 18. Jahrhundert besichtigt werden können.
Nachdem man Corso Cavour und das Stadttor Borsari hinter sich gelassen hat, kommt man zum ältesten und eindrucksvollsten Stadtteil Veronas. Im Anschluss an den Besuch des Domkomplexes (der die Kathedrale, die Kirche S. Elena, das Baptisterium San Giovanni in Fonte und Piazza del Vescovado umfasst), kann man auf der belebten und vom hohen Turm Lamberti dominierten Piazza delle Erbe (bevorzugter Treffpunkt der Veroneser) eine Pause einlegen. Aber auch die elegante und von Säulengängen und Arkaden gesäumte Piazza dei Signori bietet sich für eine Rast an. Die Mitte dieses Platzes ziert die Statue Dante Alighieris - eine Erinnerung an den Aufenthalt des Poeten am Hof von Cangrande, dem prächtigen Herrn von Verona.

Erwähnenswert ist auch der Palazzo Forti, der die Galerie für Moderne Kunst beherbergt; von hier aus lohnt sich ein Besuch der alten Kirchen, in denen berühmte Meisterwerke zu finden sind. Ein wunderbares Beispiel gotischer Architektur ist Sant'Anastasia, in der Fresken von Pisanello erhalten sind. Diese stellen den Heiligen Georg bei der Befreiung der Prinzessin vom Drachen dar. Sehr berühmt ist auch die Kirche San Zeno, die als eines der schönsten Zeugnisse aus der romanischen Epoche gilt. Hier findet man darüber hinaus auch das Tryptichon Andrea Mantegnas Madonna auf dem Thron mit Heiligen.
Ebenfalls einen Besuch wert ist die Kirche San Giorgio in Braida, in der das Martyrium des Heiligen Georgs von Paolo Veronese besichtigt werden kann.
Abschließend empfehlen wir den klassischen "Shakespeare-Weg", der Etappen am Haus der Capulets mit dem berühmten Balkon Julias und der Bronzestatue des Mädchens, an Romeos Haus und Julias Grab, nahe eines alten Klosters, vorsieht.
SCHLEMMER-TOUR
Es ist bestimmt kein Zufall, dass Vinitaly, die wichtigste italienische Weinmesse, ausgerechnet in der Stadt der Scaliger stattfindet. In dem als Heimat des trockenen Weins angesehenen Veroneser Gebiet werden sowohl optimale Weißweine wie der Soave, als auch herausragende Rotweine wie der hochwertige Amarone mit seinem leicht bitteren Mandel-Bukett und dem vollen, samtigen sowie warmen Geschmack angebaut. Typisch für den Veroneser Weinbau sind außerdem Schaumweine und feine, süße Meditationsweine.
Weitere Delikatessen dieser Gegend sind das Native Olivenöl Extra vom Gardasee (delikat und fruchtig mit einer leicht bitteren Note - ideal zu Fisch, Saucen und weißem Fleisch) und die Knoblauchsalami (aromatisch, weicher und fetter als die Salamis aus der Lombardei und der Emilia, aber trockener als die Presswurst "Soppressa" aus Vicenza).
Verona ist aber auch die Stadt mit dem lockersten Weihnachtskuchen: dem Pandoro. Dieser entstand gegen Ende des 19. Jahrhunderts aus einer anderen Weihnachtsleckerei, dem Nadalin.

Nicht aus Verona wegzudenken sind die typischen Gerichte der Poebene: gemischtes, gekochtes Fleisch, Nervetti (Salat aus Sehnen vom Kalbsfuß) und Risotto, das in Verona durch einen Schuss Amarone verfeinert wird.
Wein spielt auch bei der Zubereitung einer weiteren einheimischen Spezialität eine große Rolle: "Pastissada de Caval". Dieses aus Pferdefleisch zubereitete Geschnetzelte wird zuvor in Rotwein und verschiedenen Kräutern mariniert.
Wer diese und noch andere Leckereien der Veroneser Küche entdecken und probieren möchte, kann auf den bekannten Markt auf der Piazza delle Erbe gehen. An den bunten Marktständen wird von allem etwas angeboten: angefangen von heimischem Obst und Gemüse wie dem roten Radicchio und dem Rivoli-Spargel, bis hin zu typischen Produkten der Berggemeinschaft Lessinia, wie Honig und Käse.
Im Gewühl der von der Piazza delle Erbe abgehenden kleinen, mittelalterlichen Gassen entdeckt man jede Menge alte und noch ganz ursprüngliche Osterien, die auch heute noch das Herzstück der Veroneser Gastronomie darstellen.
ÜBERNACHTUNG

Hotel Europa
Adresse: via Roma 8, Verona
Tel: +39.045.594744
Internet: www.veronahoteleuropa.com
Preise: Doppelzimmer: 100 bis 160 Euro
3-Sterne-Hotel im Herzen der Altstadt zwischen Castelvecchio und der Arena. Moderne Zimmer mit jeglichem Komfort.

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