Home
> Stampa
> Spedisci a un amico
Home Das Land des guten Essens Italienische Tischkultur
Die Barilla Welt
Italienisch Kochen
Das Land des guten Essens
Gourmet-Trips
Italienische Restaurants
Events
Italienische Tischkultur
Spaß und Wellness
Treffpunkt

Die "Osteria" wird zur "Wine Bar"

Die einfachen Gaststätten, in denen offener Wein verkauft wurde, die Weinkeller und die alten venezianischen Weinstuben sind nunmehr Trendlokalen gewichen, die ihren Gästen ein Spitzenangebot an Weinen präsentieren. In diesen kleinen gemütlichen Wine Bars trifft man sich mit Freunden, nippt an einem guten Glas Wein, kostet Wurst- und Käsespezialitäten und kann an von passionierten und kompetenten Inhabern organisierten Kursen teilnehmen, um die Kunst der Weinverkostung zu erlernen. In kurzer Zeit eroberte dieser "Nachfolger" der Vinothek, die vor zehn Jahren in Mode war, die Herzen des Publikums mit einem von Italien auch aufs Ausland übergreifenden Erfolg.


AM ANFANG WAREN DIE "TRANI", EINFACHE VOLKSGASTSTÄTTEN

In seinem Lied "Trani a gogò" beschrieb Giorgio Gaber in den 60er Jahren die Atmosphäre der einfachen preiswerten Lokale, die offenen Wein am Stadtrand Mailands verkauften. Dieser Brauch begann Anfang des 20. Jahrhunderts, als die Läden, in denen man billig ein Glas Wein trinken konnte, Schilder mit den Aufschriften "Trani e Barletta" oder nur "Trani" aushängten als Angabe der Herkunft der offenen Weine aus diesen Ortschaften in Süditalien.
Diese Gaststätten wären wohl die unmittelbaren Vorläufer der heutigen Wine Bars, wenn es nicht noch einen berühmteren Vorfahren gäbe: das venezianische "Bacaro". In diesen oft über vierhundert Jahre alten Tavernen werden heute noch die bekannten "Chicheti" serviert: einheimischer Wein mit Kostproben einfacher leckerer Spezialitäten der traditionellen venezianischen Küche - von Stockfisch zu Crostini.
In den 70er und 80er Jahren gesellten sich zu den "Trani" und "Bacari", einfachen Treffpunkten und Einzelhändlern für den Flaschenverkauf, die Vinotheken, die vor allem in den Großstädten und den traditionellen Weinherstellungsgebieten wie der Toskana und dem Friaul boomten. Mit der Zeit verwandelten sich diese einfachen Weinkeller in exklusive Boutiquen mit einer großen Auswahl an qualitativ hochwertigen und seltenen Weinen.

DIE "WINE BAR", DAS NEUE TRENDLOKAL

Nach dem Boom der American Bars und der großräumigen Lokale scheint Italien seine Wurzeln neu zu entdecken, wodurch immer häufiger kleine Lokale, in denen eher Wert auf die Atmosphäre und die Qualität des Angebots als auf mondäne Optik gelegt wird, vom Erfolg gekrönt sind. Und was ist wohl italienischer und traditioneller als ein gutes Glas Wein? So entstanden die ersten Wine Bars, eingerichtet mit Theken und Tischen zur gemütlichen Verkostung der besten italienischern Weine in aller Ruhe mit dem Genuss von Häppchen und Snacks und vor allem den Empfehlungen der Inhaber, die oft leidenschaftliche Weinkenner sind. In den letzten beiden Jahren wuchs der Erfolg dieser Lokale so ungeheuerlich, dass sie nun in Rom und Mailand, wo neue jeden Monat wie Pilze aus dem Boden schießen, zu den beliebtesten Treffpunkten gehören. Annehmbare Preise, eine große Auswahl an ausgezeichneten Weinen und die Möglichkeit zur Teilnahme an Verkostungs- und Weinkennerkursen sind die Erfolgsgeheimnisse der neuen Wine Bars, die sich auch in den anderen Städten Italiens auf dem Vormarsch befinden.
Auch im Ausland wird jedoch die Gelegenheit geboten, die italienischen Weine auf diese Art und Weise kennen zu lernen: Das Konsortium Gallo Nero, das für die Gewährleistung der Qualität des Chianti Classico Toscano zuständig ist, hat nach dem Erfolg der markeneigenen Wine Bars in der Toskana beschlossen, dieselbe Formel auch nach New York zu exportieren und das erste italienische Verkostungslokal in den Vereinigten Staaten zu eröffnen.

| | |