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Die Tischordnung

Wenn man eine relativ große Anzahl an Personen zum Abendessen einlädt, ist es ratsam, im Voraus die Sitzordnung am Esstisch zu entscheiden, um die Gäste nicht in Verlegenheit zu bringen, wenn es darum geht, sich einen Platz auszusuchen, vor allem wenn sie sich nicht untereinander kennen. Zweifellos ist es nützlich, hierfür eine personalisierte Tischkarte zu verwenden. Sollte es sich um ein formales Abendessen handeln, kann man Tischkarten aus Silber wählen, auf denen man ein Kärtchen mit dem Namen des Gastes anbringt. Für eine ungezwungenere Gelegenheit gibt es hingegen zahlreiche Lösungen: So kann man z. B. den Namen des Gastes mit einem Gold- oder Silberstift auf das Blatt einer Pflanze (echt oder aus Papier) schreiben, oder die Sitzordnung sogar mit vielen, kleinen Andenken angeben, die speziell für jeden Gast ausgewählt wurden.


SO STEHT'S IM KNIGGE

Über die Regeln, die man bei der Verteilung der Sitzplätze am Esstisch beachten sollte, gibt wieder einmal der fast fünfhundert Jahre alte "Knigge" Auskunft. Diese Regeln wurden aufgestellt, um eine interessante Unterhaltung unter den Gästen zu ermöglichen und sind auch heute noch gültig, vor allem wenn es sich um ein formales Abendessen handelt.

So sollte die Tischordnung abwechselnd eine Dame und einen Herren vorsehen, wobei vermieden werden sollte, verheiratete Paare nebeneinander oder gegenüber sitzen zu lassen. Jeder Gast ist von Bedeutung, aber dennoch ist es richtig, den Personen, die man zum erstenmal einlädt, mehr Aufmerksamkeit zu schenken. An einem rechteckigen Tisch sitzen der Gastgeber und die Gastgeberin an den beiden Tischenden, wobei die Dame sich den Platz aussuchen sollte, von dem aus sie am bequemsten die Küche erreicht. Dennoch sollte die Gastgeberin den Platz belegen, von dem aus sie über die Tafel "herrscht" und der sich gegenüber dem Haupteingang zu der Räumlichkeit befindet, in dem das Abendessen stattfindet.

Zu rechter Hand der Gastgeber sitzen jeweils der wichtigste Herr und die wichtigste Dame des Abends (es steht jedem frei, dies nach einem eigenem Kriterium zu entscheiden, auch wenn der Tradition nach diese Plätze unter gleichwichtigen Personen den älteren zustehen). Daraufhin wechselt man Damen und Herren ab, wobei man stets darauf achten sollte, dass Verwandte, jüngere Gäste und enge Freunde stets weiter voneinander weg sitzen sollten, als die anderen Gäste. Diese Regeln gelten auch, wenn die Gäste sechs oder zehn sind; sollten die Gäste hingegen zahlreicher sein und an einem einzigen großen Tisch Platz nehmen, dann gelten die Plätze in der Tafelmitte als Ehrenplätze.

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