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Wie man eine italienische Speisekarte liest

Die beste Art und Weise, um die Küche der italienischen Restaurants und Gaststätten in vollsten Zügen zu genießen, ist, sich das richtige Gericht aus der Speisekarte auszuwählen. Dieser Rat gilt nicht nur für die zahlreichen Touristen, die die Halbinsel jedes Jahr besuchen, sondern auch für alle Italiener. Die Speisekarte stellt nämlich einen regelrechten Wegweiser dar, um sich zu orientieren, wenn man außer Haus isst.


EINE REDSELIGE SPEISEKARTE

Was erhält man, wenn man in einem italienischen Restaurant nach der Speisekarte fragt? Alles Mögliche. In den meistens Fällen wird uns die klassische gedruckte oder handgeschriebene Speisekarte ausgehändigt, in der die angebotenen Gerichte aufgeführt sind, aber es kann auch passieren, dass die Speiseliste auf einer Tafel in einer Ecke der Gaststätte ausgehängt oder vor dem Eingang aufgestellt wird, um Laufkundschaft anzuziehen.

Oder aber man hat es mit einer "mündlichen Speisekarte" zu tun, die mehr oder weniger schnell vom Kellner vorgetragen wird.

Theoretisch müsste der Inhaber des Lokals die Preise jedes Gerichts angeben, aber in der Praxis kommt es häufig vor, dass man ohne Preisangaben auskommen muss. Daher ist es ratsam, beim Bestellen diesen Punkt stets genau zu klären, vor allem, wenn man ein potentiell sehr teures Gericht bestellt, wie zum Beispiel Tagliatelle mit Trüffel, ein Fiorentina-Steak oder Hummer.

Dabei darf man einen weiteren, nicht zu unterschätzenden Aspekt nicht vergessen: die Sprache. In Touristen- und Großstädten kann man immer häufiger übersetzte Speisekarten oder Bedienungspersonal finden, das in der Lage ist, den Kunden in deren Sprache weiterzuhelfen. Wer allerdings lieber die weniger bekannten Orte Italiens besucht, sollte sich mit einem Taschenwörterbuch und jeder Menge Geduld ausrüsten und aus seinem tiefsten Inneren auch die letzten Verständigungsfähigkeiten hervorziehen. Den Rest wird der Kellner mit Hilfe der gastronomischen Tradition erledigen, die in jeder Ecke der Halbinsel stets reich an interessanten Vorschlägen ist.

DIE WEINKARTE

Ähnlich ist die Situation bei der Auswahl der Getränke. Eine Weinkarte ist in der Tat ein Privileg der gepflegtesten Restaurants, während man in den meisten Fällen einfach auf der Basis der Angaben des Kellners bestellt, ohne den Preis des Weins zu kennen oder den Hersteller auswählen zu können. Unser Rat ist es, auch hierbei äußerst aufmerksam zu sein, vor allem wenn man die italienischen Weine nicht perfekt kennt, um unangenehme Überraschungen in der Rechnung zu vermeiden. Es ist nicht nur relativ einfach, "Barolo" mit "Barbera" zu verwechseln, besonders wenn der Kellner sehr schnell spricht (und in einer uns wenig klaren Sprache), sondern es ist auch wahrscheinlich, auf enorme Preisunterschiede zu stoßen. Häufig wird auch Wein vom Fass oder "des Hauses" angeboten, der eine gute Alternative zu Flaschenwein darstellen kann.

Normalerweise wird auf der Speisekarte angegeben, ob der Preis der Gerichte inklusive Gedeck und Bedienung zu verstehen ist oder nicht. Im Unterschied zu anderen Ländern, wird in Italien Trinkgeld nicht als obligatorisch betrachtet, macht aber dem Personal immer Freude und ist ein Vorzug der Kunden, denen es in diesem Lokal besonders gut gefallen hat.

Nach dieser Einleitung kommen wir nun zur Auswahl der Speisen, bei der wir versuchen werden zu verstehen, aus welcher Art von Gerichten sich ein Menü im Allgemeinen zusammensetzt.

VORSPEISEN UND ERSTE GÄNGE

Man beginnt mit der Vorspeise, bei der es sich häufig um regionale Spezialitäten handelt und bei deren Auswahl der Kellner von großer Hilfe sein kann.

In vielen Restaurants, auch wenn dies nicht ausdrücklich auf der Speisekarte angegeben ist, kann man eine sogenannte Kostprobenvorspeise bestellen, die in kleinen Mengen mehrere dieser Spezialitäten umfasst.

Denen folgen die ersten Gänge, ein Höhepunkt unserer Mahlzeit. Dieser Teil der Speisekarte beginnt in vielen Fällen mit jahreszeitabhängigen Gerichten, während das "Tagesgericht" normalerweise am Ende der Liste auf einem losen Blatt angegeben ist, das täglich ausgetauscht wird. Wenn das Restaurant gewöhnlich sowohl Fleisch- als auch Fischgerichte anbietet, ist die Speisekarte hierfür normalerweise in zwei getrennte Kapitel geteilt, aber es kann auch passieren, dass beide Typologien schlicht eine nach der anderen aufgelistet sind.

Bei den ersten Gängen gilt dieselbe Regel der Vorspeisen, d. h. man kann ein sogenanntes "Tris" oder "Bis" bestellen, um mehrere Rezepte zu probieren. In manchen Fällen wird hierfür ein Aufpreis verlangt, der sich allerdings immer lohnt. Einige erste Gänge, wie zum Beispiel Risotto, werden häufig nur für mindestens zwei Personen serviert, was normalerweise direkt auf der Speisekarte angegeben ist.

DIE ÜBERRASCHUNGEN DER ZWEITEN GÄNGE

Hinsichtlich der zweiten Gänge, vor allem wenn das Restaurant auf Fischgerichte spezialisiert ist, liest man auf der Speisekarte den Preis der Goldbrasse, des Seebarschs oder des Hummers in Euro je Hektogramm. In diesem Fall sollte der Kellner uns den Fisch zeigen, bevor er ihn in die Küche zum Kochen schickt. Dasselbe gilt für besondere Fleischstücke, wie zum Beispiel das Fiorentina-Steak, deren Gewicht normalerweise ein Kilogramm übersteigt.

Nicht immer wird angegeben, ob das ausgewählte Gericht mit oder ohne Beilage serviert wird und daher ist es ratsam, den Kellner stets um Informationen zu diesem Punkt zu bitten, um Überraschungen bei den zweiten Gängen zu vermeiden, auch wenn es in Italien eher Brauch ist, Fleisch oder Fisch und Beilagen getrennt zu servieren.

NACHSPEISEN UND KÄSE

Hier kommen wir endlich zu den Süßspeisen, die in der Speisekarte meistens in der Liste der Desserts aufgeführt sind, welche auch Obst umfasst. Die eventuelle Beigabe von Eis oder Schlagsahne zum Obstsalat kann direkt beim Kellner bestellt werden, auch wenn dies nicht auf der Speisekarte angegeben ist.

Nicht immer besitzt die Speisekarte eine Liste, die den Käsesorten als angenehmem Abschluss eines Mahls gewidmet ist und häufig findet die Kunst der italienischen Käseherstellung nur in den zweiten Gängen Ausdruck. In den Restaurants, die hingegen ihren Gästen diese Möglichkeit bieten, werden auf der Speisekarte im Allgemeinen die Charakteristiken der verschiedenen Käsesorten aufgeführt oder, der Einfachheit halber, man verweist auf einen Käsewagen und überlässt es dem Bedienungspersonal, dem Kunden bei der Wahl behilflich zu sein.

Nur selten werden auf der Speisekarte die erhältlichen Spirituosen aufgeführt, auch wenn sich das Lokal einer guten Auswahl rühmen kann. Auch in diesem Fall wird der Kunde auf einen speziellen Servierwagen verwiesen oder aber man wendet sich direkt an das Bedienungspersonal, wenn man bereits eine klare Vorstellung hat.

Beim Kaffee kommen keine Zweifel auf: Es handelt sich immer um Espresso, während man ihn in einigen Restaurants auch normal "all'americana" bestellen kann.



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